Schule und Pädagogik
Malen mit Seccorell braucht keine aufwendige Ateliersituation. Da weder Wassertöpfe noch Pinsel oder Fixativ nötig sind, lassen sich Epochenhefte, Kopien und andere Schulunterlagen auf fast jeder Papierart wunderbar gestalten. In der Waldorfpädagogik und im kreativen Unterricht eröffnet die Finger-Wischmaltechnik drei zentrale Übungsfelder für die ganzheitliche Entwicklung: vorausschauendes Planen, schöpferische Wandlung und unmittelbare Erfahrung. Besonders im Waldorfunterricht hat sich die Technik vielfach bewährt.
Kopf
Vorausschauendes Planen
Beim Dosieren der Farbpigmente ist eine gute Einschätzung gefragt. Wie viel Farbpulver brauche ich wirklich? Kinder lernen hierbei Mengen vorausschauend abzuwägen und achtsam mit ihren Ressourcen umzugehen.
Herz
Schöpferische Wandlung
Das Verreiben fester Stäbchen zu feinem Pulver bedient ein menschliches Urbedürfnis. Etwas Bestehendes wird bewusst verwandelt, um daraus mit eigener Kraft etwas völlig Neues zu erschaffen. Dieser Prozess stärkt das Selbstvertrauen in die eigene Gestaltungskraft.
Hand
Unmittelbare Erfahrung
Der direkte Hautkontakt schafft eine tiefe Verbindung zum Bild. Durch das Malen mit allen Fingern werden die Basalsinne und die Feinmotorik geschult. Kleine Übungen wie die Frage „Welcher Finger ist jetzt dran?“ fördern spielerisch die Körpergeographie und die Konzentration.
Handwerkerepoche
Die Welt begreifen
In der dritten Klasse steht die Beschäftigung mit den handwerklichen Berufen im Mittelpunkt. Beim Hausbau, Ackerbau oder Schmieden erleben Kinder unmittelbar wie durch eigenes Handeln aus einfachen Materialien sinnvolle Dinge entstehen. Die Handwerkerepoche eröffnet Einblicke in alte Künste und lässt die Welt der praktischen Dinge ganz neu begreifen.
Erlebtes bildnerisch festhalten
Ob Werkzeuge, Arbeitsvorgänge oder selbst gefertigte Objekte: Mit Seccorell lassen sich diese Motive unkompliziert und wirkungsvoll im Epochenheft festhalten. So entsteht aus der praktischen Erfahrung eine gestalterische Erinnerung, die das Verständnis und den Bezug zur eigenen Tätigkeit nachhaltig vertieft.
Ausführung: Andrea Reiss
Die Finger-Wischmaltechnik verzeiht Unsicherheiten. Während harte Linien oft einengen, ermöglichen die weichen Farbflächen jedem Schüler ein ästhetisches Ergebnis, das Stolz auf das eigene Epochenheft macht.
Tierkunde
Den Blick schärfen
In der vierten Klasse beginnt die naturkundliche Betrachtung der Tierwelt. Der Tintenfisch steht hier beispielhaft für ein hochsensibles Wesen, das seine Umgebung mit dem ganzen Körper wahrnimmt und unmittelbar auf seine Umwelt reagiert.
Das Wesen sichtbar machen
Mit Seccorell lässt sich diese besondere Qualität eindrucksvoll darstellen. Die Wischmaltechnik ermöglicht es, die schwebende Leichtigkeit im Wasser und die fließenden Bewegungen feinfühlig auf das Papier zu bringen. Zarte Farbverläufe und Lichtstimmungen unterstützen das bildnerische Erleben.
So entsteht ein lebendiger Zugang zur Natur, bei dem sinnliche Wahrnehmung und inhaltliches Lernen ganz selbstverständlich miteinander verbunden sind.
Ausführung: Andrea Reiss
Maltechniken kombinieren
Die sanften Seccorell-Hintergründe bilden die ideale Grundlage für Mischtechniken und lassen sich wunderbar mit Buntstiften oder Wachsmalstiften ergänzen.
Pflanzenkunde
In der fünften Klasse begegnen die Schüler der Pflanzenwelt in ihrer ganzen Vielfalt. Der Weg führt vom einfachen Moos bis hin zur voll entfalteten Blütenpflanze. Der Löwenzahn dient hierbei als leuchtendes Beispiel für Strahlkraft und Lebensfreude innerhalb der botanischen Epoche.
Metamorphose sichtbar machen
Die Entwicklung der Pflanze von der zarten Knospe bis zur durchlichteten Blüte lässt sich mit der speziellen Wischmaltechnik besonders feinfühlig nachzeichnen. Da die Pigmente direkt in das Papier eingearbeitet werden, entsteht ein tiefes Verständnis für die organischen Formen und das lebendige Wachstum der Natur.
Licht und Struktur gestalten
Seccorell kann feine Lichtverläufe und die charakteristische Form des Löwenzahns unmittelbar erlebbar machen. Direkt im Epochenheft entstehen ausdrucksstarke Bilder. Die Technik ermöglicht einen sensiblen Zugang zur Natur, der wissenschaftliche Genauigkeit und künstlerische Freude harmonisch vereint.
Ausführung: Andrea Reiss
Ein freier Umgang mit Farben kann den Kindern ermöglichen, ihre ganz eigenen inneren Bilder zum Ausdruck zu bringen und so einen bleibenden Bezug zum Lernstoff zu entwickeln.
Geschichte
Die Welt der Antike
In der sechsten Klasse richtet sich der Blick auf die Zivilisationen der Antike. Die Erzählung vom Krieg um Troja steht dabei beispielhaft für das Aufeinandertreffen von Willensstärke und moralischen Konflikten. In dieser Phase der beginnenden inneren Distanzierung der Kinder von ihrem Umfeld helfen die Heldensagen dabei, das eigene Ich zu finden und die Ursprünge von Gesetz und Ordnung in der Kulturgeschichte zu begreifen.
Die Suche nach Identität
Andrea Reiß hat mit Seccorell die Szene um das Trojanische Pferd eindrucksvoll sichtbar gemacht. Die Maltechnik ermöglicht es, die atmosphärische Wirkung von Licht und Schatten auf den Schlachtfeldern oder die Wucht der Mauern Trojas feinfühlig im Epochenheft auf das Papier zu bringen. Zarte Farbverläufe und präzise Details unterstützen dabei die Bildaussage und lassen die Geschichte lebendig werden.
Kraftvolle Szenen gestalten
Die unmittelbare Arbeit mit den Pigmenten stärkt die eigene Handlungsfähigkeit, während sich die Schüler bildnerisch mit den großen Ereignissen der Menschheitsgeschichte verbinden. So entsteht ein tiefer Zugang zur Vergangenheit, bei dem das eigene Gestalten den Weg zum Verständnis unserer Kulturgeschichte ebnet.
Ausführung: Andrea Reiss
Individuelle Förderung
Über den klassischen Unterricht hinaus lässt sich Seccorell auch in therapeutischen Prozessen einsetzen, da die feine Haptik und der rhythmische Farbauftrag eine beruhigende sowie ordnende Wirkung entfalten.
Feldmessen
Bei der Ausarbeitung von Feldmessplänen bewährt sich Seccorell als funktionales Medium. Die einzelnen Flächen lassen sich leicht und zeitsparend farblich anlegen. Das ermöglicht eine klare und schnelle Differenzierung von Feldern, Äckern, Wäldern und Wegen.
Präzision und Sauberkeit
Ganz ohne Wasser oder Fixativ entstehen saubere und farbbeständige Lagepläne, die auch bei intensiver Nutzung ihre Klarheit behalten. Die Technik hilft dabei, mathematische Exaktheit mit einer hohen gestalterischen Qualität zu verbinden, ohne dass das Papier wellig wird oder Farben verschmieren.
Praktischer Tipp für die Fixierung
Nach dem Einarbeiten der Farben empfiehlt es sich, mit einem Wattepad über die Flächen zu wischen, um die Pigmente endgültig zu fixieren. Unerwünschte Überstände lassen sich danach ganz einfach wegradieren. Das ist besonders bei technischen Zeichnungen ein großer Vorteil, um saubere Kanten und exakte Übergänge zu erhalten.
Ausführung: Waldorfschule Böblingen
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